Weiterführende Informationen
| Mehr zu Piaggio | Weitere Motorrad-Hersteller |
Piaggio: Vom Sägewerk zum Motorroller-Hersteller |
Bild: Piaggio Motorroller |
Wer heute den Markenname Piaggio hört, denkt wahrscheinlich zuerst an italienische Motorräder oder Motorroller, vor allem an die Vespa aus dem Hause Piaggio. Aber Piaggio hat nicht immer nur Zweiräder gebaut, die Geschichte dieser Marke reicht viele Jahrzehnte zurück. |
![]() |
Der im Jahre 1864 geborene Rinaldo Piaggio gründete im Alter von zwanzig Jahren an der Riviera ein Sägewerk. Später beschäftigte er sich dann zusätzlich mit der Produktion von Schiffsausrüstungen und Eisenbahnwagen.
Während der beiden Weltkriege produzierte die Firma Piaggio verstärkt Fahrzeuge aller Arten wie Lastwagen und Panzer, aber auch Flugzeuge und Hubschrauber.
Außerdem gab es Industriezweige für U-Boot-Abwehr, Flugzeug-Ersatzteile, Flugzeug-Motoren und andere mit vielen zehntausenden Beschäftigten.
Gegen Ende des Krieges war die Herstellung von Rüstungsgütern nicht mehr notwendig und rentabel. Findige Konstrukteure beschlossen daher, einen einfachen Motorroller zu bauen. Für die Herstellung des ersten Nachkriegsrollers wurden daher auch Teile genutzt, die noch von der Flugzeugproduktion übrig geblieben waren. |
|
Der erste Piaggio-RollerDDer erste Roller, der von Piaggio im Jahre 1945 mit einem sparsamen 98 ccm Zweitaktmotor gebaut wurde, hatte für ein Motorrad viel zu kleine Schubkarrenräder, weil größere Räder nicht verfügbar waren. Piaggio versah den ersten Roller rundherum mit einem Blechkleid, welches olivgrün lackiert wurde. Diese Farbe war aus Kriegsbeständen in größeren Mengen vorrätig. So entstand 1945 der erste Vespa Roller, welcher nur etwa 2 Liter Benzin auf 100 km verbrauchte und maximal 60 km/h schnell war. Bis 1946 konnten davon knapp 2.500 Stück verkauft werden, nur ein Jahr später waren es bereits über 10.000 und nochmal zwei Jahre später wurden 45.000 Vespas verkauft. Was damals noch keiner ahnte, mit dem Bau der ersten Vespa war eine Legende geboren.
Die Vespa war inzwischen auch über die Grenzen Italiens hinaus bekannt und beliebt. Das Werk beschäftigte im Jahre 1953 ca. 6.000 Mitarbeiter, welche in der Lage waren, 10.000 Vespa Roller im Monat zu fertigen. Dabei wurde die Piaggio-Vespa stetig verbessert und weiter entwickelt. 1954 wurde zusätzlich zur 125er Vespa eine 150er Version gebaut, die 100 km/h schnell war. 1963 erschien die erste Vespa mit 50ccm, ein weiteres sehr erfolgreiches Modell von Piaggio.
Piaggio heuteHeute ist die Palette an Piaggio Rollern und Motorrädern sehr breit gefächert. Von 50ccm bis 800ccm ist für jeden Geschmack etwas dabei. Durch den Zukauf vieler namhafter Motorradmarken wie Gilera, Aprilia, Puch und Italjet wird Piaggio zum größten Zweirad- und Dreiradhersteller Europas und seit 1995 der Drittgrößte weltweit. Seit 1999/2000 werden bei Piaggio verstärkt Motorroller mit umweltfreundlichen Viertaktmotoren gebaut. Beliebte heutige Modelle sind zum Beispiel der Piaggio NRG 50, ZIP 50 oder Liberty bei den kleinen Hubraumklassen. Verstärkten Spaßfaktor bringen die größeren Modelle ab 125 ccm.
Da wären zum Beispiel die Modelle Piaggio X7, X8 und X9. Oder der Piaggio Beverly 250, 500, der Carnaby 200, 300 oder der XEvo 125, 250, 400. Der größte und sportlichste Roller kommt auch aus dem Piaggio Konzern und heißt Gilera GP 800. Auch Dreiräder werden von Piaggio produziert, etwa der Piaggio MP3.
|
| Mehr zu Piaggio | Weitere Motorrad-Hersteller |