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Triumph Motorrad

Die Anfänge Triumphs in England

Es ist das zweitälteste aller je gebauten Motorräder. Es gilt lange Zeit als eines der besten der Welt: Triumph, Marke mit Kultcharakter aus England. Dass es ausgerechnet ein Deutscher war, der sie baute, scheint hierzulande weniger bekannt.
 

Europas großer Motorradmarkt
34.049 Fahrzeuge


 
Siegfried Bettmann heißt der Triumph-Gründer. Er wird 1863 in Nürnberg geboren. Mit 21 Jahren geht er nach London, und arbeitet da als Übersetzer, als Vertreter deutscher Firmen. Er macht sich dann mit dem Export von Fahrrädern selbständig, zunächst unter seinem Namen. Auf der Suche nach einem verständlicheren Handelsnamen entscheidet er sich für "Triumph". Unter diesem Namen wagt er 1889 in Coventry - mit einer Kapitalspritze seiner Eltern von 650 Pfund - den Schritt vom Händler zum Produzenten. Einen weit größeren tut Bettmann, indem er 1902 das erste Motorrad auf die Räder stellt. Nun, was heißt Motorrad: Es ist ein Einzylinder-Viertaktmotor mit 363 Kubikzentimetern und 2,25 PS der belgischen Firma Minerva, eingefügt in den Rahmen seiner Fahrräder.
 

 

Triumph-Werk auch in Deutschland

Ab 1903 werden auch im zuvor gegründeten Nürnberger Triumph-Werk Motorräder produziert. 1905 beginnt Bettmann mit dem Bau eigener Motoren: stolze 363 Kubikzentimeter. 1907 findet das erste Rennen um die Tourist Trophy auf der Isle of Man statt. Spontan belegt Triumph die Plätze zwei und drei, und im Jahr 1908 dann den ersten Platz. Doch nicht nur gesellschaftlich hat der gebürtige Deutsche Erfolg. Inzwischen zum Bürgermeister von Coventry avanciert, finden auch seine nunmehr 550-Kubikmeter, Riemen angetriebene Motorräder Anklang: militärisch. Im Ersten Weltkrieg nämlich liefert Triumph mit rund 30 000 Stück mehr Motorräder an die Armee als sämtliche anderen britischen Hersteller. Das Image der Zuverlässigkeit seiner Maschinen lassen nach 1918 auch den zivilen Absatz steigen. 3000 Mitarbeiter fertigen rund 1000 Einzylinder-Motorräder mit Zwei- und Viertaktmotoren bis 500 Kubikzentimeter wöchentlich.
 

Triumph-Motorräder für das Militär und die Leinwand

Der Beginn des 20. Jahrhunderts ist geprägt von rasanter Entwicklung der Mobilität, Triumph fährt auf der Überholspur. Am 14. November 1940 wird das Werk in Coventry durch die deutsche Luftwaffe vollständig zerstört. Vor den Toren der Stadt neu aufgebaut, verlassen bis Kriegsende 49 700 überwiegend dem Militär dienende Motorräder das Werk, und die Produktion ziviler Maschinen beginnt erst wieder 1946. Nicht zuletzt dank Filmen, in denen Steve McQueen, Marlon Brando oder Clint Eastwood auf einer Triumph Thunderbird etwa über die Leinwände jagen und somit Triumphs filmischen Ruhm begründen, hält die Firma nunmehr die Pole Position unter den Motorradherstellern bis in die 60-er Jahre. Abgelöst allerdings von zwei schwierigen Jahrzehnten, in denen die Hauptrolle an andere Hersteller abgetreten werden muss. Es ist Innovationsgeist, mit dem die Motorradschmiede die Achterbahnfahrten der schwierigen 70-er und 80-er Jahre meistert.
 

Triumph heute

Mit brandneuen Modellen und modernster Motorradtechnik sowie Aufsehen erregendem Design spielt die Traditionsmarke ab 1990 erneut eine Rolle auf dem Weltmarkt. Seitdem hat die Fachpresse Triumph vielmalig zum Testsieger gekürt. Einerseits nicht zuletzt, weil Unverwechselbarkeit von Aussehen, Leistung, Technik, Liebe zum Detail wie bei atemberaubenden Motorrädern der jüngsten Rocket III oder Speed Triple zu diesem Urteil führen. Andererseits sind es das ausgewogene Fahrwerk und die elastischen Motoren, die MotoradfahrerInnen weltweit begeistern.
 

 

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